Kraft, Intensität, Energie
Zur Dynamik der Künste zwischen Renaissance und Moderne

Traditionell durch eine Vielzahl von Umschreibungen erfasst (energeia/dynamis, virtus, vis, impetus, forza usw.), markieren „Kräfte“ das Zentrum wirkungsästhetischer Strategien; sie zielen auf eine für die Betrachter evidente Dynamik der Artefakte. Zugleich beziehen sich Kunst und Technik seit jeher auf die Kräfte der Natur, die sie nachzuahmen, zu bändigen und zu überbieten suchen. Uns interessieren die Transformationen des Begriffs, der Kunst, Physik, aber auch Politik und Religion lange Zeit eine gemeinsame Basis bot, bevor die Kraft allmählich aus der physikalischen Axiomatik verschwand. Gleichzeitig begann die Karriere der Kraft als kulturelle, psychische und zuletzt ästhetische Kategorie, die als Qualitätskriterium den künstlerischen Diskurs noch immer prägt.

04.12., Donnerstag14.00 Uhr
Frank Fehrenbach, Robert Felfe, Karin Leonhard: Einführung14.30 Uhr
Ruth Bielfeldt (Cambridge MA): Menos als energeia: Zur Kraft im Artefakt bei Homer und Aristoteles15.15 Uhr
Maurice Saß (Hamburg): Brüllen, Kratzen, Beißen – Tierkämpfe und die Faszination animalischer Kräfte

16.00 Uhr, Kaffeepause

16.30 Uhr
Andreas Plackinger (München): Kunst und Gewalt. Michelangelo als Meister der Transgression

17.15 Uhr
Giovanna Targia (Rom): „Energie der Umformung“ als „Reaktionsenergie“: Aby Warburgs Vorträge über die Kultur der italienischen Frührenaissance (1909)

19.00 Uhr
Horst Bredekamp (Berlin): Die Kraft der Bilder

05.12., Freitag9.30 Uhr
Fabio Frosini (Urbino): Leonardos Kraft oder: Die Natur im Augenblick10.15 Uhr
Christoph Asendorf (Frankfurt/Oder): Bruegels „Raumrevolution“ – Bewegte Körper, gedehnte Landschaften und der Wandel der Zeit11.00 Uhr, Kaffeepause

11.30 Uhr
Ulrich Pfisterer (München):
Amor – Attraktion: Triebkräfte der Renaissance-Kunst

12.15 Uhr
Sybille Ebert-Schifferer (Rom):
Die Kraft mit den Augen essen. Stilleben als Vitalitätsspeicher

13.00 Uhr, Mittagspause

14.30 Uhr
Thomas Leinkauf (Münster):
Kraft als Potential oder Erscheinung. Beispiele aus der frühneuzeitlichen Diskussion

15.15 Uhr
Birgit Recki (Hamburg):
Intensivierung der Wirklichkeit. Ernst Cassirers Begriff der Kunst

16.00 Uhr, Kaffeepause

16.30 Uhr
William R. Newman (Bloomington): The Life and Death of Metals from Paracelsus to Newton

17.15 Uhr
John Nisbet (Irvine):
Star Gaze: Sir John Herschel and Photoenergy

19.00 Uhr
Gottfried Boehm (Basel):
Kraftfeld. Versuch über eine ikonische Kategorie

Empfang

06.12., Samstag9.30 Uhr
Veronica Biermann (Leipzig): Schwebende Schwere – lastende Leichtigkeit: Architektur und Schwerkraft10.15 Uhr
Brigitte Sölch (Florenz): Ethik und Ästhetik des Forums. Visionen sozialer und politischer Kräfte in der Architektur11.00 Uhr, Kaffeepause

11.30 Uhr
Sabine Mainberger (Bonn): Linie – Kraft – Feld. Zu Valéry und Musil

12.15 Uhr
David Freedberg (New York): Image Power and Motor Potential

13.00 Uhr

Rückblick

 

Programmflyer, PDF
 
Veranstaltungsort
Universität Hamburg
Hauptgebäude, Hörsaal C (Erwin Panofsky-Hörsaal)
Edmund Siemers-Allee 1
20148 Hamburg
 
Konzept
Frank Fehrenbach, Robert Felfe und Karin Leonhard
 
Kontakt
Sue Ryall
Geschäftsstelle Naturbilder/Images of Nature
Telefon +49 40 42838-8130
naturbilder@uni-hamburg.de
www.uni-hamburg.de/naturbilder

Forschungsstelle Naturbilder