Wunderblock No. 26 – Das ludische Auge

zu Gast:
Michael Conrad, Philosoph und Theaterwissenschaftler
im Gespräch mit Andreas Rauth

wunderblock-poster-26-800Über visuelle Strategien im Spielebuch König Alfons‘ X

Spiele waren auch im Mittelalter fester Bestandteil des Lebens. Eine Sammlung sämtlicher seinerzeit beliebten Brett- und Würfelspiele zeigt das berühmte Spielebuch Libro de acedrex, dados e tablas, das vom kastilischen König Alfons X. in Auftrag gegeben und kurz vor dessen Tod, ca. 1283, fertiggestellt wurde. Außer Spielanleitungen enthält es eine Vielzahl farbenprächtiger Illuminationen, die zu den herausragendsten Exponaten gotischer Buchmalerei zählen.

Die Miniaturen geben nicht nur einen einzigartigen Einblick in die Spiel- und Alltagskultur der Zeit, sie sind auch deswegen spannend, weil sie ohne den Umweg über Sprache zeigen, wie gespielt werden soll. Das Bild ist hier vor allem Medium der Kommunikation, in dem gezielt eine Reihe visueller Strategien zur Wissensvermittlung eingesetzt werden. Es wird gewissermaßen schon im Sehen gespielt.

Ein Gespräch über mittelalterliche Bildkultur, visuelle Kommunikation und die imaginativen Verbindungen von Hand und Bild im Sehen.

Michael A. Conrad war 2012-2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt „Spielteufel, Narrenschiff, Totentanz – Figurationen von Risiko in Mittelalter und Früher Neuzeit“ des Sonderforschungsbereichs 980 „Episteme in Bewegung“ an der Freien Universität Berlin. In diesem Forschungszusammenhang steht auch seine Dissertation zu Spiel als Praxis zum Umgang mit Ungewissheit am Ende des 13. Jahrhunderts. Zuvor war er 2011-2012 Mitarbeiter am Zentralinstitut für Medien und Interaktivität (ZMI) sowie Mitglied am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Justus Liebig-Universität Gießen. Er studierte Theaterwissenschaft und Philosophie an der Freien Universität Berlin und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In seiner Magisterarbeit beschäftigte er sich mit Selbstfotografie als Selbstkultur. Neben dem Studium sammelte er auch eine Reihe berufspraktischer Erfahrungen, u.a. beim Zweiten Deutschen Fernsehen, dem Campus Verlag sowie als Buchübersetzer (zuletzt erschienen: Steven Barbone/Michael Bruce (Hg.): Die 100 wichtigsten philosophischen Argumente, Darmstadt, 2012).

  • Wunderblock No.26 – Das ludische Auge
  • Ort: Instituto Cervantes Berlin
    Rosenstr. 18-19, 10178 Berlin-Mitte
  • http://berlin.cervantes.es
  • Zeit: Donnerstag, 06. April 2017, 19:00–21:00 Uhr
  • Eintritt frei

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