»Not In Our Name«

Kunst und Kultur und der Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Ausstellung I Like It RAW – What The FAK, KünstlerInnen der Ateliers und Werkstätten RAWTempel e.V. statt

Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Ausstellung I Like It RAW – What The FAK, KünstlerInnen der Ateliers und Werkstätten RAWTempel e.V. statt, mehr Info hier

Von Verdrängung betroffene Menschen organisieren sich weltweit in verschiedenen Initiativen und auf unterschiedlichste Art und Weise in städtischen Protestbewegungen. Neben der Thematisierung ihrer schlechten Arbeitsbedingungen treten auch für Kulturschaffende zunehmend stadtentwicklungspolitische Fragen, der Mangel an Ateliers und günstigem Wohnraum und der Ruf nach nichtkommerziellen Freiräumen und Entfaltungsmöglichkeiten in den Vordergrund.

Eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung spielen selbstverwaltete Projekte und Kulturorte, die früher oder später meist selber Opfer einer der kapitalistischen Verwertungslogik folgenden Vertreibungspolitik zu werden drohen und die sich zunehmend als Teil einer „Recht-auf-Stadt”-Bewegung begreifen und engagieren. Der Kampf um ihren Fortbestand, um den Erhalt von gemeinschaftlich genutzten Gebäuden und offenen Räumen, erreicht heute zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit. Künstler_innenhäuser und soziokulturelle Zentren konnten sich mehrfach zu Identifikationsprojekten entwickeln und vermögen einer politischen Bewegung in diesem Zuge auch strukturelle, subkulturelle Basis und eben auch: einen Raum zu bieten.

Bezugnehmend auf den Hamburger Slogan „Not In Our Name, Marke Hamburg!” – soll der Frage nachgegangen werden, was Problem, Potential und Auftrag der sogenannten „Freien Szene”, der frei produzierenden kunst- und kulturschaffenden Personen und Einrichtungen, in ihrer Stadt ist: Wie und auch welchen Ebenen kann sie beim Ringen um das eigene Überleben und beim Widerstand gegen die allerorten spürbaren sozio-ökonomischen Veränderungen tätig und wirksam werden? Dabei wollen wir z.B. die lokalen Unterschiede in Hamburg und Berlin, vor allem aber die Gemeinsamkeiten im Kampf gegen Verwertungsdruck und Prekarität besprechen.

Zusammen wollen wir diskutieren, wie man gerade auch über den eigenen solidarischen Bezugsrahmen hinaus medialen und politischen Druck erzeugt: Wie kann – angesichts des eigenen, oftmals prekären Daseins, von Aufwertung, Verdrängung und tagtäglichen Zwangsräumungen – ein Beitrag der Kunst- und Kulturschaffenden aussehen in einem solidarischen und übergreifenden Kampf für das „Recht auf Stadt”?

Als Podiumsgäste sind eingeladen:

CHRISTINE EBELING. Künstlerin und Mitglied des No Art Collective, lebt und arbeitet in Hamburg. Gängeviertel-Sprecherin.
DR. MICHAEL LAFOND (MODERATION). Architekt und Stadtplaner. Leiter des id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit (experimentcity, Experimentdays, Wohnportal).
TOBIAS MORAWSKI. Kommunikationsdesigner und Mitarbeiter des Graffiti-Archivs im Archiv der Jugendkulturen e.V. Berlin. Mitglied des Kunst- und Medien-Kollektivs Pappsatt. „Reclaim your City – Urbane Protestbewegungen am Beispiel Bertlins” erscheint im Oktober 2014.
FLORIAN SCHÖTTLE. Journalist. 1996-2013 Atelierbeauftragter im Kulturwerk des BBK Berlin.

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